Ultrathink ist tot. Es lebe das erweiterte Denken
In der Welt der Künstlichen Intelligenz gibt es ständig Veränderungen und Entwicklungen, die die Art und Weise, wie wir mit diesen Technologien interagieren, beeinflussen. Eine der neuesten Entwicklungen betrifft die thinking tokens von Claude, die nun eine neue Dimension des Denkens und der Verarbeitung ermöglichen. Der Schlüsselbegriff “ultrathink” ist nicht mehr gültig, aber mit der Einführung des erweiterten Denkens gibt es neue Möglichkeiten, die es wert sind, erkundet zu werden.
Der alte Weg: Das Ultrathink-Keyword
Monatelang war “ultrathink” das magische Wort, das die maximale Denkfähigkeit von Claude freischaltete. Nutzer, die dieses Keyword in ihre Eingabeaufforderungen einfügten, erhielten 31.999 thinking tokens. In verschiedenen Diskussionen, insbesondere auf Hacker News, wurde die Wirksamkeit dieses Keywords debattiert. Power-User schworen auf die Kombination “Opus + Ultrathink + Plan Mode”.
Was sich geändert hat
Am 16. Januar 2026 erklärte Anthropic, dass das Ultrathink-Keyword nun veraltet ist. Sarah Deaton von Anthropic erklärte:
„Schließen, da Ultrathink jetzt veraltet ist und der Denkmodus standardmäßig aktiviert ist.“
Wenn man jetzt “ultrathink” eingibt, erhält man eine entsprechende Mitteilung.
Das neue Standardverfahren: Erweitertes Denken
Das erweiterte Denken ist nun automatisch für unterstützte Modelle aktiviert, darunter:
- Opus 4.5
- Sonnet 4.5
- Sonnet 4
- Haiku 4.5
- Opus 4
- Claude 3.x (nicht unterstützt)
Das Standardbudget beträgt weiterhin 31.999 tokens, was dem alten Maximum von Ultrathink entspricht. Bei jedem API-Aufruf wird nun automatisch der Denkmodus aktiviert, ohne dass ein magisches Keyword erforderlich ist.
Der geheime Trick: 63.999 Tokens
Was viele nicht wissen: Das Standardbudget von 31.999 tokens dient der Abwärtskompatibilität mit Opus 4, das eine Ausgabegrenze von 32K hat. Modelle mit 64K-Ausgabe unterstützen jedoch viel mehr. Hier ist eine Übersicht:
| Modell | Maximale Ausgabe | Maximales Denkbudget |
|---|---|---|
| Opus 4.5 | 64.000 | 63.999 |
| Sonnet 4.5 | 64.000 | 63.999 |
| Sonnet 4 | 64.000 | 63.999 |
| Haiku 4.5 | 64.000 | 63.999 |
| Opus 4 | 32.000 | 31.999 |
Um das volle Budget von 63.999 tokens auf 64K-Ausgabemodellen zu aktivieren, kann man die Umgebungsvariable MAX_THINKING_TOKENS=63999 setzen. Dies kann temporär für die Sitzung oder dauerhaft in den Konfigurationsdateien erfolgen.
Wann man das maximale Denken nutzen sollte
Mehr Denken ist nicht immer besser. Es kostet Tokens und benötigt Zeit. Das Standardbudget von 31.999 ist ideal für:
- Die meisten Programmieraufgaben
- Debugging
- Refactoring
- Standardarchitekturentscheidungen
Das maximale Budget von 63.999 ist sinnvoll für:
- Komplexe Systemdesigns
- Multi-Datei-Refaktorisierungen mit komplexen Abhängigkeiten
- Leistungsoptimierungen, die tiefgehende Analysen erfordern
- Probleme, bei denen die Kosten eines Fehlers höher sind als die Kosten zusätzlicher Tokens
Deaktivierung des erweiterten Denkens
Wenn man das alte Verhalten (kein automatisches Denken) wiederherstellen möchte, gibt es zwei Optionen:
- Umgebungsvariable:
MAX_THINKING_TOKENS=0 - In den Einstellungen:
{ "alwaysThinkingEnabled": false }
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Ultrathink-Keyword veraltet ist und das erweiterte Denken nun standardmäßig aktiviert ist. Mit der Möglichkeit, das Budget auf 63.999 tokens zu erhöhen, stehen den Nutzern neue Wege offen, um die Leistungsfähigkeit von Claude zu maximieren. Die Veränderungen in der Denkweise der KI zeigen, wie wichtig es ist, sich an die neuesten Entwicklungen anzupassen und diese zu nutzen, um die besten Ergebnisse zu erzielen.
Quellenliste:
- Quelle: ULTRATHINK IS DEAD. LONG LIVE EXTENDED THINKING
- Hacker News Diskussion über Ultrathink
- Chain-of-Thought Prompting Elicits Reasoning in Large Language Models
- Scratchpads for Intermediate Computation










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